Landesverbandstagung 2014

Pressebericht

Wolf meets 007 – die Tagung der Unternehmerfrauen im Handwerk (ufh) Baden-Württemberg


Die diesjährige Landesverbandstagung der Unternehmerfrauen im Handwerk, die von den beiden Arbeitskreisen Heidelberg und Weinheim gemeinsam ausgerichtet wurde, fand im historischen und jung gebliebenen Heidelberg statt. Unter dem Motto „Eigenverantwortung statt Regulierungswut“ traf sich die weibliche Stimme des Handwerks zu Vorträgen und Gedankenaustausch, bei dem auch der Schulterschluss mit der Politik nicht gescheut wurde.

In ihren Ausführungen zu Beginn der Veranstaltung ging die Präsidentin der Unternehmerfrauen, Ruth Baumann, auf aktuelle Herausforderungen der klein- und mittelständischen Betriebe ein. „Wir kämpfen aber gegen die zunehmende Infantilisierung unserer Gesellschaft, in der jeder glaubt, die Verantwortung für sein eigenes Tun abgeben zu können“, so die Vorsitzende. Bescheinigungswahn, Zertifizierungswut und Eingriffe des Staates in die Betriebe wurden gegeißelt. Am Beispiel der öffentlichen Vergabe, der Vorgaben für eine Zertifizierung nach EU-Norm im Metallbau und der geplanten Umsetzung des Bildungsfreistellungsgesetzes erhielten die theoretischen Forderungen das Gesicht der betrieblichen Praxis. „Betriebsfremde Kosten können unseren Unternehmen nicht aufgebürdet werden“, so Ruth Baumann. Ehrenamtliches Engagement kann nicht gesetzliche verordnet werden, wie es der bereits jahrzehntlange Einsatz der Handwerkerfrauen dokumentiert. Mit großer Sorge sieht die Präsidentin das Vorhaben der Landesregierung, die interkommunale Zusammenarbeit ausdehnen zu wollen. Entweder Unternehmer und Steuerzahler oder Kommune und Steuerempfänger, beides geht nicht.

Als Festredner agierte der amtierende Landtagspräsident Baden-Württembergs, Guido Wolf MdL, der in seinen Ausführungen den anwesenden Frauen Mut machte. Er unterstrich, dass das unternehmerische Ziel – Gewinnstreben, kein Charakterfehler sei. Es sei vielmehr Grundbedingung für weiteren sozialen Einsatz. Die Kreisläufe und Zusammenhänge in der sozialen Wirtschaft gilt es bereits in der Schule zu vermitteln, damit Erfindergeist und Gründungswille auf fruchtbaren Boden treffen. Es müsse im Staatsinteresse liegen, einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten. Die Wirtschaft ist dann gesund, so Wolf, wenn es dem Mittelstand gut gehe. In einer lebhaften und bodenständigen Diskussion stellte sich der Mann mit der markanten Brille den Fragen der Zuhörerinnen und ermunterte die couragierten Frauen, sich auch in der Politik einzubringen.

Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Der Mittelstandstrainer Martin Hummel sensibilisierte die Frauen nicht nur auf die Dinge, die es hierbei zu beachten gilt, sondern erläuterte auch den Gesamtzusammenhang, in dem sie stehen.

Mit dem Fernsehermittler und EX-BND Mitarbeiter Leo Martin bekam die Tagung analytische und kriminalistische Züge. Die Dynamik der deutschen 007 zog alle Zuhörer in seinen Bann. Mit Beispielen aus der Praxis, dokumentiert in Übungen mit den Anwesenden, fühlten sich die Handwerkerfrauen fast als Assistentin von James Bond. Leo Martin zeigte, was bei Entscheidungen, auf die wir unvorbereitet oder analytisch durchdacht, treffen, auf  Abläufen im Unterbewusstsein gründen. Jeder Mittelständler kennt in der betrieblichen Praxis  diese Herausforderungen, da unternehmerische Entscheidungen direkt, ohne Gutachten und mit voller Verantwortung für die Folgen getroffen werden müssen. Im Abschluss des Vortages wurde dann auch kritisch diskutiert, wo und wie sich die Grenzen zwischen Analyse des Gegenübers und einer möglichen Einflussnahme verwässern.

Ein kurzer Bericht in der Landesschau über die Tagung zeigte, dass bei dem Interesse seitens der Medien sich die Handwerkerfrauen schon auf den nächsten Austausch freuen dürfen.

 

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Posted by: ufh-BW Team01.04.2015